Niederrheinisches Freilichtmuseum

„Oh, schau mal“, ruft Jan „da stehen ja ganz alte Fachwerkhäuser.“ Anne erwidert: „Die sehen ja schön aus! Ob da wohl noch jemand darin wohnt?“ „Nein, sieht nicht so aus“, antwortet Jan. „Sie stehen nämlich in einem Freilichtmuseum! Aber wie war es denn früher so, in diesen Häuser zu leben? Ob man sich das einmal anschauen kann?“ „Lass uns doch mal da rein gehen um das zu erfahren“, sagt die wissbegierige Anne. Nachdem die beiden den Eingang durchquert haben, stehen sie schon in der ersten Hofanlage. Das Wohnhaus stammt aus Süchteln-Hagen und ist aus dem Jahre 1655, also fast 400 Jahre alt.

„Ganz schön alt, aber wie sind die hierhin gekommen?“, fragt Jan. „Ach, schau mal Jan, da hinten ist ja ein richtig tolles Haus, sieht so aus, als wäre es mal für die edlen Leute gewesen. Siehst du die Schwäne? Da ist ja auch ein Wassergraben! Das sieht aber toll aus!“ Durch den hohen Torbogen der Hofanlage Hagen blickt Anne gerade auf die Dorenburg, so nennt man die Wasserburg. Wie alt die wohl ist?
Sie gehen weiter. „Och, wie süß! Guck mal, da stehen Pferde auf der großen Wiese! Und was für dicke!“ Sie werden von den beiden Kaltblutstuten Hella und Nora wiehernd begrüßt.
An der Burg werden die beiden von einer Museumsführerin empfangen. „Na, ihr beiden! Möchtet ihr noch mehr sehen und hier mal ein kleines Abenteuer erleben? Ich zeige euch gerne, wie man früher so gelebt hat. Kommt mal mit!“ Erstaunt folgen die beiden der Frau.

Sie führt sie noch ein Stückchen weiter an der Burg vorbei auf ein wunderschönes Fachwerkhaus zu. „Sieh mal, Anne! Da steigt ja Rauch aus dem Kamin! Ob es darin wohl brennt?“ Lachend sagt die Frau zu ihm: „Nein, das ist die offene Feuerstelle von der Hofanlage Rasseln. Diese stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert aus Rasseln. Das ist ein Ortsteil von Mönchengladbach.“ Verwundert gehen die drei durch einen schönen Buchsbaumumrandeten Bauerngarten auf das Haus zu. Sie treten ein und schon macht sich eine angenehme Wärme breit. Das Feuer flackert ganz schön.

So war das vor über 200 Jahren
„Stellt Euch einmal vor, wie man vor 200 Jahren hier gelebt hat“, sagt die Frau zu den beiden. „Oh, ja“, rufen Anne und Jan gleichzeitig. Sie blicken in das erste kleine Zimmer. „Lagen da etwa welche in dem kleinen Bett?“, fragt Jan. „Ja“, sagt die Frau „in dem Bett lagen 4-5 Personen, die im Sitzen schliefen. Das hat man früher so gemacht, weil man der Auffassung war, in flacher Lage schneller zu sterben als im Sitzen.

Unter dem Bett befand sich der Vorratskeller und wenn der Bauer in der Nacht etwas hörte, konnte er schnell aufspringen, wenn das Gesinde seine Vorräte stehlen wollte“, erklärt die Frau.
Jan und Anna schauen sich alles genau an.

„Hm, was duftet denn da so toll?“, fragt Jan, der immer Hunger hat. Die beiden drehen sich um und erblicken die Museumsführerin, die nun an der offenen Feuerstelle steht und etwas in der Hand hat. „Schaut mal, das tat man früher, wenn man besonderen Besuch erwartet hat!“ ruft die Museumsführerin. „Zur Feier des Tages backe ich für euch frische Waffeln und koche einen schönen Kräutertee.“
Damals saß hier die Bäuerin in ihren Holzschuhen auf einem Schemel am Feuer und hielt das schwarze, große und schwere Waffeleisen in die Glut.

Über dem Feuer hängt an einem Kesselhaken ein Kessel, in dem der Tee schon kocht. Die Museumsführerin hat schon große Mühe mit dem schweren Waffeleisen. Sie füllt es mit Teig, den sie vorher in einer kupfernen Schüssel mit einem Holzlöffel angerührt hat.

„Das ist aber viel Arbeit“, sagt Anne. „Zu Hause haben wir ein elektrisches Waffeleisen und um den Teig zu machen, benutzt meine Mutter ein elektrisches Rührgerät.“ „Nun“ sagt die Museumsführerin „Strom gab es damals noch nicht. Auch keine Heizung. Der Kamin war zum Heizen, Kochen und als Lichtquelle da. Man kochte alles in einem Topf und aß dann mit allen gemeinsam aus einer großen Schüssel.“
Die erste Waffel ist nun fertig und Jan fällt direkt darüber her. Aber es ist genug für die beiden da.

Plötzlich hört man ein lautes iii-aaaah. Anne und Jan laufen raus und stolpern beinahe über einige Hühner. Und da stehen sie schon: Timmy und Jimmy, ein weißer und ein schwarzer Esel die schon auf ihre Möhren warten. Was für ein buntes Treiben hier auf dem Hof! Da hoppeln sogar echte Kaninchen in den Ställen herum. Eine kleine Honigbiene summt und setzt sich gerade auf eine duftende Blume um danach in das nicht weit entfernte Bienenhaus im Freilichtmuseum zurück zu fliegen um leckeren Honig zu machen.

Wenn ihr das auch mal und noch viel mehr, erleben wollt, dann kommt doch zum Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath.

Niederrheinisches Freilichtmuseum
An der Dorenburg 28
47929 Grefrath
www.niederrheinisches-freilichtmuseum.de