Museum für Naturkunde Stiftung Schloss und Park Benrath

Langschläfer und Frühaufsteher
Anne und Jan stehen vor dem Museumseingang. Jan stutzt und denkt: „Das sieht ja aus wie ein Schloss, so rosarot und innen bestimmt piekfein.“ „Lies doch mal auf dem Schild“, meint Anne. „Dort steht Museum für Naturkunde, Stiftung Schloss und Park Benrath. In diesem Seitenflügel des Schlosses ‚wohnen’ bestimmt viele Tiere. Wir sind also richtig, komm, lass uns hineingehen!“ Kaum haben sie den ersten Schritt ins Museum getan, da hören sie ein Knacken, als würde Holz zersplittern.

„Darf ich mich vorstellen“, ertönt es aus dem ersten Raum, „mein Name ist ‚Meister Bockert’, bekannt bin ich eher unter dem Namen Biber. Ich werde von vielen Besuchern bestaunt und kenne mich hier sehr gut aus. Soll ich Euch durchs Museum führen? Ich kann Euch etwas ganz Besonderes zeigen.“

„Habt Ihr schon einmal eine Vogeluhr gesehen?“ „Ja, klar“, erwidert Anne, „die mit dem einen Vogel, der aus dem Türchen kommt und seinen eigenen Namen ruft.“ Jan meint: „Ach die kennt doch jeder, das ist doch nichts Besonderes.“ „Unsere Vogeluhr ist gaaanz anders“, triumphiert der Biber. Kommt mit, ich zeige sie euch.“

Das Symphoniekonzert
Die drei begeben sich in den Schlosspark, ohne das Museum zu verlassen und sehen plötzlich vor sich eine große Vogelwand mit Nestern und mehreren Singvögeln, die in verschiedenen Stockwerken der Bäume sitzen. Auf einmal wird es ganz finster. „Hör mal, da singt ein Vogel wunderschön“, flüstert Jan. „Das ist eine Nachtigall.

Die scheint ohne Schlaf auszukommen und schluchzt die ganze Nacht hindurch“, erklärt der Biber. Die meisten Vögel beginnen bereits vor Sonnenaufgang mit ihrem Gesang. „Da fallen einem fast die Ohren ab“, stellt Jan überrascht fest, als der winzige Zaunkönig zu trillern beginnt. Immer mehr Vögel beginnen ihre Strophen zu singen. In den Reigen des Vogelkonzertes reiht sich als letzter ein ‚Langschläfer’, der Zilpzalp ein. “Das ist ja das reinste Symphoniekonzert“, schwärmt Anne.

Der Brutschmarotzer
Allmählich wird es immer heller, und die Sonne geht auf. Jetzt können Anne und Jan auch die kunstvoll gebauten Nester der Singvögel des Benrather Schlossparks genau betrachten. Die beiden entdecken grün gefärbte Eier oder solche mit ‚Sommersprossen’. Anne fällt auf, dass das Nest eines taubengroßen Vogels nicht zu finden ist. „Das scheint ein ‚Faulpelz’ zu sein“, ertönt es aus Jans Mund. „Legt der keine Eier oder ist ihm sein Nachwuchs egal?“

Der Biber raspelt im Nebenraum an einem Baumstamm und macht Anne und Jan auf ein Riesenküken aufmerksam. „Da sitzt sein Junges.“ Die beiden staunen und sind davon überzeugt, dass auch der so genannte ‚Faulpelz’ seine Jungen groß bekommt. „Das Küken platzt ja bald aus seinem Nest heraus und ist noch nicht mal ausgewachsen“, rufen die beiden wie aus einem Mund. „Welcher Vogel zieht denn dieses Riesenküken groß? Etwa der Winzling mit der braunen Kappe?“ Anne schaut den Biber fragend an.

„Jetzt verabschiede ich mich von Euch. Ich brauche etwas Wasser unter meinen Bauch und möchte mich wieder in meine Auenlandschaft zurückziehen“, verkündet der Biber augenzwinkernd und lässt die beiden Kinder mit ihrer Frage zurück. „Kommt mich doch bald in den letzten Räumen des Museums besuchen, dann erzähle ich Euch Interessantes über mein Zuhause.
Übrigens könnt Ihr mit etwas Glück draußen im Schlosspark den Vogel hören, der seinen eigenen Namen ruft und dessen Weibchen seine Eier anderen unterjubelt. ‚Kuckt’ genau hin... Ihr wisst schon wen ich meine – oder?“

Museum für Naturkunde
Stiftung Schloss und Park Benrath
Benrather Schloßallee 102
40597 Düsseldorf
www.schloss-benrath.de